Wein- und Genießerland Südafrika.
Ein Lesetipp von Dr. Rolf Lange

Nicht erst, seit der Weltfußballverband entschieden hat, die kommende Weltmeisterschaft in Südafrika auszurichten, blickt die Weltöffentlichkeit verstärkt auf das Land am Kap.

Als Reiseziel ist Südafrika seit Jahrzehnten wohlbekannt. Galt es in den 1980er Jahren noch als Geheimtipp, so ist es seit der Öffnung zur Demokratie in den 1990er Jahren hoch beliebt als äußerst vielschichtiges, landschaftlich und kulturell reich gesegnetes Reiseziel. Wer einmal dort war, weiß es zu schätzen, wie das Land afrikanisches Flair mit europäischem Standard zu verbinden weiß.

Als Herkunft guter Weine trat Südafrika erst nach und nach ins Rampenlicht. Hatte die Wirtschaft und damit auch der Weinbau noch lange mit den Folgen der Apartheid zu kämpfen, so konnten sich im "neuen Südafrika" doch sukzessive die kreativen Kräfte entfalten. Nicht zuletzt war es nun auch internationalen Investoren verstärkt möglich, sich in Weinbau und Weinbereitung zu engagieren. Mittlerweile zählt Südafrika längst zur Familie der sehr angesehenen Erzeugerländer.

Das beflügelte auch die gastronomische Szene am Kap der Guten Hoffnung. So wartet Südafrika heute nicht nur mit einer Vielzahl origineller landestypischer Spezialitäten auf, sondern auch mit weithin geschätzten Gourmetrestaurants, die eine Reise an den Südzipfel Afrikas noch bereichern.

Weinabenteuer Südafrika

Allen drei Aspekten widmen der Weinautor André Dominé und der Fotograf Armin Faber ihren Kapiteln entführt das Duo seine Leser in ferne und doch vertraut wirkende Welten im Süden des schwarzen Kontinents. Ausführlich und in kurzweiliger, einprägsamer Sprache informiert André Dominé eingangs nicht nur über die Geschichte des Weinbaus am Kap, Appellationen und Rebsorten, sondern auch über die Dynamik, die das neue, demokratische Südafrika im Weinbau freisetzte. Hatte einst eine gigantische Staatsinstitution den gesamten Weinbausektor kontrolliert, so kleideten peu à peu immer mehr kleine, ambitionierte Betriebe mit Eigeninitiative und Fantasie die Weinszene am Kap in ein neues Gewand. Dass diese äußerst bunt geriet, verdankt Südafrika der Black Economic Empowerment. Auch jenem Programm, das die ökonomische Integration und Beteiligung der bis dato benachteiligten schwarzen Bevölkerung anstrebt, widmet André Dominé einen lesenswerten Abschnitt. Aufhorchen lassen zudem die Ausführungen über die Vielfalt der Flora und Fauna am Kap. Illustriert von Armin Fabers eindrucksvollen Fotografien zeichnet André Dominé das Engagement der südafrikanischen Winzer nach, ihre weinbaulichen Interessen mit dem Erhalt der Biodiversität zu vereinen. Das dient nicht nur der Umwelt, sondern macht die Weinregionen rund ums Kap zu einem noch attraktiveren Reiseziel.

Nun folgt das Herzstück des Buchs: eine Reise durch die faszinierenden Wein-Kulturlandschaften: Beginnend mit dem Kap der Guten Hoffnung ziehen Impressionen aus Stellenbosch und Paarl, Franschhoek und Durbanville, aber auch noch wenig bekannten Regionen wie der Kleinen Karoo und dem Swartland am Auge des Lesers vorbei. Jede dieser Provenienzen versieht André Dominé mit erschöpfenden Informationen zu Klima, Böden und Rebsorten. Zudem portraitiert er die wichtigsten Weinbaubetriebe.

Die Auswahl der Erzeuger ist stimmig und lässt kaum Wünsche offen. Traditionalisten und Newcomer, Großbetriebe und Boutique Wineries, ausländische Winzer und Alteingesessene - fast alle Facetten der Winzer- und Weinmacherszene kommen zu ihrem Recht. Das 200 Jahre alte Gut Klein Constatia und seine ebenso traditionsreiche Spezialität, der edelsüße, portweinähnliche "Vin de Constance" findet ebenso Erwähnung wie die Weinfarm Bouwland, die als Beispiel für die gelungene Umsetzung des Black Economic Empowerment Programms gilt. Mit Lars Maack vom Weingut Buitenverwachting wird ein deutschstämmiger Spitzenwinzer gewürdigt, und mit Beyers Truter vom Weingut Beyerskloof kommt der vielleicht angesehenste Erzeuger hochklassiger Weine aus der einheimischen Pinotage-Rebe zu Wort. Die Liste ließe sich beliebig verlängern, aber lesen Sie lieber selbst. Die Kontaktdaten der Weingüter inklusive Öffnungszeiten, Telefon, Email und Internet werden Ihnen bei einer Reiseplanung gute Dienste leisten. Wertvoll sind darüber hinaus die jedes Kapitel abschließenden "Tipps", in denen Dominé und Faber zahlreiche Museen und Geschäfte aber auch Restaurants und Hotels der jeweiligen Regionen vorstellen.

Dank der hochwertigen, durchweg farbigen Bilder Armin Fabers ist dieses Buch nicht lediglich ein informatives Nachschlagewerk, es ist zu einer wahren Augenweide geworden, die Landschaften und Weingüter ebenso gut in Szene setzt, wie die vielfältigen Gesichter all derer, die den Weinbau in Südafrika heute prägen. So beschert Dominés und Fabers "Weinabenteuer Südafrika" all jenen, die das Land noch nicht bereist haben, einen attraktiven Vorgeschmack auf eine - wer weiß? - baldige Reise. Auch Weinfreunden, die den Südzipfel Afrikas bereits erlebt haben, bietet das Buch jede Menge Freude, erinnert es doch an viele schöne Orte und Begegnungen.

André Dominé und Armin Faber
Weinabenteuer Südafrika
herausgegeben von Gerda und Markus Gröblinghoff
224 durchgehend farbig bebilderte Seiten
29,90€
ISBN 978-3-86206-011-5

 

 

Ein südafrikanisches Gourmet-Menü

Allen Südafrika-Freunden, die nicht nur gerne gut essen und trinken, sondern auch Freude am Kochen haben, bietet die Viniversitaet einen besonderen Service: Freuen Sie sich auf erprobte Rezepte für ein delikates südafrikanisches Menü, das Ihre Gäste begeistern wird!

Die folgenden Rezepte sind für vier Personen ausgelegt.

Vorspeise: Chili Bites mit Avocado Sambal

Weinempfehlung: Baroness Nadine Chardonnay, erhältlich bei HAWESKO.

Zutaten für die
Chili Bites:

250 gr Cheddar Käse
110 gr Butter
120 gr Mehl
2 Frühlingszwiebeln
Prise Cayennepfeffer
2 Chilischoten
50 gr Speck
1 Ei
250 gr Blätterteig

Käse reiben,
Frühlingszwiebeln, Chilis, Speck hac
ken,
Käse und Butter schaumig rühren,
Zwiebelmasse mit einem Ei unter die Käsemasse rühren,
Mit Salz und Cayennepfeffer würzen,
Eine Stunde ruhen lassen,
Blätterteig auf Backpapier ausrollen (kein Öl, wird zu fettig),
Dünn (ca 5 mm) mit Masse bestreichen,
Schneiden,
Bei 200 °C für 12 bis 15 Minuten im Ofen backen,
Abgekühlt als Snack servieren / zu Avocado Sambal reichen.

Zutaten für Avocado Sambal:

1 große reife Avocado
250 gr 3,5 % Joghurt
2 Chilis
10 gr Zucker
Reichlich frischer Koriander
Ggf. glatte Petersilie

Avocados halbieren, entkernen, auslöffeln, pürieren,
Chilis und Koriander fein hacken,
Mit Joghurt und Zucker zur Avocado Masse geben, gut vermischen,
Kalt stellen,
Falls gewünscht mit Petersilie garnieren,
Im Kühlschrank etwa 2 Std ziehen lassen, dann entfaltet sich der frische Geschmack.

Hauptgang: Bobotie

Weinempfehlung: Buitenverwachting Cabernet Merlot, erhältlich bei Jacques' Wein-Depot.

Zutaten:

3 Zwiebeln
1 kg Hackfleisch, Rind
250 ml Milch
1 EL Butter
30 g Curry, Pulver
10 g Salz
Pfeffer
30 ml Essig oder Aceto Balsamico
1 Scheibe Toastbrot
50-70 g Aprikosenmarmelade
3 EL gehobelte Mandeln
2 Eier

Zwiebelwürfel in Butter glasig braten,
Toastbrot in 125 ml Milch einweichen, ausdrücken und zu den Zwiebeln geben,
Essig, Marmelade, Curry, Salz, Pfeffer, gehackte Mandeln dazugeben und gut durchrühren,
Hackfleisch zerbröselt dazugeben und anbraten,
Nochmals süß-sauer-scharf abschmecken,
Masse in eine Auflaufform streichen,
125 ml Milch mit den Eiern verquirlen und darüber gießen,
im Ofen bei 160°C ca. 30 Min. backen,
Mit Reis servieren.

Dessert: Cape Brandy Pudding

Weinempfehlung: Wenn kein Vin de Constance erhältlich ist, tut es auch ein guter Port, etwa Porto Andresen Tawny, erhältlich bei Jacques' Wein-Depot.

Teig:

125 g Datteln frisch
5 ml Natron
125 ml heißes Wasser
65 g Butter
1 Ei verquirlt
100 g Zucker
120 g Mehl
3 g Backpulver
2 g Salz
125 g gehackte Walnüsse

Sirup:

100 g Zucker
10 g Butter
75 ml Wasser
60 ml Brandy oder Branntwein
3 ml Vanille Aroma
1 Prise Salz

Datteln in zwei Hälften teilen, zerhacken,
Natron der einen Hälfte zugeben, mit heißem, kochendem Wasser übergießen, umrühren und abkühlen lassen.
Teig: Butter und Zucker schaumig schlagen, Eier hinzufügen, gut vermischen,
Gesiebtes Mehl, Backpulver und eine Prise Salz zufügen und miteinander verrühren,
die andere Hälfte der Datteln und die Nüsse hinzufügen,
Datteln-Natron Mischung hineingeben und gut verrühren.
Teig in eine feuerfeste Form geben und 40 bis 50 Minuten im auf 180°C vorgeheizten Ofen backen.
Sirup: Wasser, Zucker und Butter für 5 Minuten kochen lassen;
unter Rühren Salz, Vanille Aroma und Brandy hinzugeben, aber nicht mehr kochen.
Fertigen Pudding kurz auskühlen lassen, dann mit Holzstäbchen löchern -
Sirup langsam einsickern lassen.
Der Pudding wird entweder kalt oder warm mit frischer Sahne serviert.