Weinkrimis - ein spannender Genuss
Dass Wein und Speisen hervorragend harmonieren können, ist hinlänglich bekannt. Natürlich lässt sich der Wein aber auch sehr gut mit Büchern kombinieren. Das gilt insbesondere dann, wenn in diesen von Winzern, Weinkellern und edlen Tropfen die Rede ist, zumal solchen, die sich überall und jederzeit bestens "wegschmökern" lassen.
Tödlicher Tartufo
Zu den Klassikern unter den Weinkrimis zählen längst die Romane von Michael Böckler. Nach Erfolgstiteln wie "Sterben wie Gott in Frankreich" und "Vino Criminale" legte Böckler unlängst mit "Tödlicher Tartufo" einen kulinarisch-vinophilen Kriminalfall aus Italien vor. Bei Asti wird ein Trüffelsucher erschossen - mit dem Objekt seiner Begierde in den Händen. Ein Feinschmecker aus Alba wird von seinem Weinregal erschlagen. Und in Parma kommt ein Delikatesshändler in einer Tiefkühltruhe voller Scampi zu Tode. Mit derart bizarren Morden beginnt der Roman "Tödlicher Tartufo".
Der Polizeipsychologe und Weinkenner Hippolyt Hermanus findet heraus, dass der Tod des Feinschmeckers kein Unfall war. Bald überstürzen sich die Ereignisse, in deren Verlauf Hyppolyt selbst unter Tatverdacht gerät. "Tödlicher Tartufo" ist ein kulinarischer Spannungsroman, der in den schönsten Regionen Italiens spielt - neben dem Piemont auch in der Emilia-Romagna und der Toskana. Dabei werden immer wieder Trüffeln auf Tagliatelle gehobelt, sodass sich die Lektüre nicht nur als spannungsgeladene Verbrecherjagd entwickelt, sondern auch als wertvolles Nachschlagewerk rund um den edlen Tartufo entpuppt - ein umfangreichen Glossar mit Rezepten, Weinempfehlungen und gastronomischen Tipps inklusive. "Tödlicher Tartufo" ist eine gelungene Mixtur aus Spannung, Weinwissen, italienischem Lifestile - und nicht zuletzt einer guten Prise Humor.
Michael Böckler, Tödlicher Tartufo
Droemer-Verlag
430 Seiten
19,90 EURO
Tod in Bordeaux
Paul Grotes Weinkrimis gehören unbedingt dazu. Der gelernte Werbefachmann, Weltenbummler und Literat legte 2004 mit "Tod in Bordeaux" seinen ersten von insgesamt sechs Krimis vor, die allesamt in berühmten Anbaugebieten spielen und auf sehr leichte, eingängige Weise eine spannende Handlung mit dem Alltag der Winzer und Kellermeister verbinden.
"Tod in Bordeaux" handelt vom Frankfurter Weinhändler Martin Bongers, der von seinem besten Freund, dem Bordelaiser Winzer Gaston, den rätselhaften Auftrag erhält, einen Wein zu verkosten, den er gar nicht kaufen will. Nur einen Tag später fällt Gaston einem scheinbaren Unfall zum Opfer, als er von Paletten erschlagen wird. Und der Wein, den Martin verkosten sollte, ist ihm auf seiner Rückreise gestohlen worden. Martin wird misstrauisch. Er muss zurück nach Frankreich und herausfinden, was wirklich mit seinem Freund geschehen ist. Aus diesem Szenario entwickelt Grote eine spannende und höchst vergnügliche Reise durch Weinberge und Keller, die den Leser bis zum Schluss in Atem hält. Dabei gelingt es Paul Grote sehr gut, die Story mit profundem Fachwissen über die Weinherstellung zu verknüpfen, ohne jemals belehrend oder ermüdend zu wirken. Fazit: Ein unterhaltsamer Schmöker mit sympathischer Hauptfigur, der Lust macht auf ein Glas guten Bordeaux. Und wer mag, kann gleich Grotes weitere Weinkrimis in den Koffer packen: Nicht minder spannend und unterhaltsam, spielen sie unter anderem in der Toskana, Rioja, Portugal und im schönen Burgenland.
Paul Grote, Tod in Bordeaux
Rowohlt Taschenbuch
ca. 350 Seiten
8,90 EURO









