Literaturtipp Weinkrimi
Ein diebisches Vergnügen
Besonders in der Sommerzeit macht es Freude, es sich bei einem Glas gut gekühlten Weißweins auf der Terrasse gemütlich zu machen und ein vergnügliches, nicht allzu schwieriges Buch zu genießen. Wie wäre es mit einem ebenso spannenden wie leicht schrägen Weinkrimi aus der Feder des frankophilen Briten Peter Mayle?
Der Autor: Genießern mit einem Faible für Frankreichs Weine und Gaumenfreuden ist der Engländer Peter Mayle wohlbekannt. 1939 in Brighton geboren, versuchte er sich zunächst als Kellner und Busfahrer, ehe ihm eine höchst erfolgreiche Karriere
als Werbetexter gelang. Es folgten Bücher über Erziehungsfragen, ehe er Mitte der achtziger Jahre nach Südfrankreich übersiedelte, wo er ein verfallenes Bauernhaus renovierte und seine Schreibtätigkeit nun dem Leben in Südfrankreich mitsamt seinen kulinarischen und vinophilen Genüssen widmete. Seine Bücher "Mein Jahr in der Provence", "Trüffelträume", "Ein guter Jahrgang" und andere mehr wurden internationale Besteller.
Das Buch: In diesem Jahr hat Peter Mayle einen weiteren Roman vorgelegt. "Ein diebisches Vergnügen" heißt sein neues Werk und entführt den Leser von Los Angeles, wo die haarsträubende und höchst vergnügliche Geschichte ihren Lauf nimmt, alsbald über Marseille in die bezaubernden Landschaften Frankreichs.
Als Sanitäter verkleidete Diebe dringen in das Haus eines reichen Amerikaners ein und entwenden diesem sage und schreibe 600 Flaschen edelsten französischen Weins, den sie voller Dreistigkeit in einem Krankenwagen abtransportieren. Der Schaden beläuft sich auf nicht weniger als 3 Millionen Dollar.
An dieser Stelle kommt die ebenso intelligente wie hoch attraktive Elena Morales ins Spiel, eine Versicherungsagentin, die den Fall zu bearbeiten hat. Misstrauisch geworden ob der abenteuerlichen Umstände des Diebstahls, beauftragt sie einen Bekannten, Sam Levitt, seines Zeichens ausgewiesener Weinexperte; den Fall unter die Lupe zu nehmen.
Da es sich bei den gestohlenen Weinen ausschließlich um französische Gewächse gehandelt hat, kommt Levitt zu dem Schluss, dass es sich hier um eine Art "Diebstahl im Dienste der Grande Nation" handeln musste, gewissermaßen um eine "Repatriierung" der edlen Tropfen. Kurzerhand reist er nach Marseille und nimmt die Ermittlungen auf. Natürlich gelingt es ihm dank raffinierter Winkelzüge und mit Unterstützung einer - natürlich - äußerst attraktiven Expertin, den Fall zu lösen.
Das ganze ist gespickt mit allerlei frankophilen Zutaten: Von wohltemperiertem Chablis und köstlicher Bouillabaisse, von Hermès bis hin zu "Chanel Nr. 19" ist so ziemlich alles vertreten, was das Herz sehnsüchtiger Frankreich-Liebhaber höher schlagen lässt. Dank seiner schillernden, mit Ironie gezeichneten Figuren und farbenfroher Schauplätze liest sich dieser Schmöker locker weg.
Wem es also in der Sommerzeit nach leichter Kost ohne hohen Anspruch, dafür aber mit umso mehr Unterhaltungswert gelüstet, ist mit Peter Mayles neuem Roman gut bedient.
Peter Mayle, Ein diebisches Vergnügen. Roman. Karl Blessing Verlag, 256 Seiten, 17.95 Euro
Von Dr. Rolf Lange









